Alle Fotos und Dokumente auf dieser Seite stammen aus dem Familienarchiv

Erste Seite eines Briefes meines (mehrfach «Ur»)-Grossonkels Johannes Büel (1761-1830) an Johann Kaspar Lavater (1741-1801), Pfarrer in Zürich. Der Brief, bzw. eine Kopie davon, liegt uns in einer gebundenen, von Johannes Büel erstellten Kopiensammlung von ihm verfasster Briefe vor.
Liebster Lavater!
Verzeih, dass ich dir nicht durch den letzten Boten schon
auf dein Briefchen antwortete. Ich ging letzten
Sonntag Abend nach Schaffhausen um am Montag der
Einweihung der neuen lateinischen Schule beizuwoh-
nen. Du musst mir diese Neugierde verzeihen,
wenn du bedenkst, dass ich zu der Klasse der Schul-
männer gehöre. Freilich würde mancher Präceptor
Gymnasii die Nase gewaltig rümpfen, wenn ein
Landschulmeister sich mit ihm in eine Klasse stellen
wollte, aber so wie ich meinen Prätentionen den
Lauf lasse, wird niemand geärgert; ich denke von
mir selbst was ich will, während dem ich’s andern
willig gestatte, mich nach Belieben zu taxieren.
Genug, ich dachte, ich müsste auch dabey sey und es reut
mich nicht. Was mich besonders hinabzog war meine
Liebe zu dem würdigen Doktor Altdorfer, welcher die
Hauptrolle bei dieser Feyerlichkeit spielen sollte.
In einem geräumigen Saale waren die Schüler

1 Pfund Mehl und 1 Pfund Butter reibt man mit der
Hand untereinander, bis nichts mehr von der Butter
zu sehen ist, dann ½ Pfund gesiebten Zucker und 2 Eier
dazu, wellt den Teig aus, schlägt ihn übereinander
wellt ihn aus, sticht mit einem Mödeli aus,
bestreicht sie mit Eiweiß, streut Zucker und
Zimmt darauf und backt sie schön gelb.
280 gr. Butter, 185 gr. Zucker, 700 gr. Mehl
ein wenig Zimmt, etliche Löffel voll Wein,
2 kl. Eier werden gewirkt, ausgerollt, mit
einem Glas ausgestochen, mit eingemachten
Johannisbeeren gefüllt, halbmondförmig
oder dreieckig gedeckt, mit Ei bestrichen in
mäßiger Hitze gebacken.
2 Pfund Mehl, 1 Pfund Butter, ¾ Pfund Zucker, 2 Zitronen-
schalen eine Prise Salz. Alles wird tüchtig auf
dem Wallbrett untereinander gemengt, aus-
gewallt, ausgestochen mit Ei bestrichen, in
die Mitte eine Prise Zucker gestreut und
ganz hellgelb gebacken.


Meine Lieben!
Jetzt schreibe ich Euch
gerade nach der Wachtablösung um 11
Uhr nachts. Es gefällt mir immer
sehr gut, trotzdem es Tag für Tag schärfer
wird. Wahrscheindlich ist nächsten
Sonntag grosser Urlaub. Noch herzl.
Dank für das letzte Paket.
Tausend Grüsse sendet Euch
Euer
Hans

Erste Seite eines Briefes meines (mehrfach «Ur»)-Grossonkels Johannes Büel (1761-1830) an Johann Kaspar Lavater (1741-1801), Pfarrer in Zürich. Der Brief, bzw. eine Kopie davon, liegt uns in einer gebundenen, von Johannes Büel erstellten Kopiensammlung von ihm verfasster Briefe vor.
Liebster Lavater!
Verzeih, dass ich dir nicht durch den letzten Boten schon
auf dein Briefchen antwortete. Ich ging letzten
Sonntag Abend nach Schaffhausen um am Montag der
Einweihung der neuen lateinischen Schule beizuwoh-
nen. Du musst mir diese Neugierde verzeihen,
wenn du bedenkst, dass ich zu der Klasse der Schul-
männer gehöre. Freilich würde mancher Präceptor
Gymnasii die Nase gewaltig rümpfen, wenn ein
Landschulmeister sich mit ihm in eine Klasse stellen
wollte, aber so wie ich meinen Prätentionen den
Lauf lasse, wird niemand geärgert; ich denke von
mir selbst was ich will, während dem ich’s andern
willig gestatte, mich nach Belieben zu taxieren.
Genug, ich dachte, ich müsste auch dabey sey und es reut
mich nicht. Was mich besonders hinabzog war meine
Liebe zu dem würdigen Doktor Altdorfer, welcher die
Hauptrolle bei dieser Feyerlichkeit spielen sollte.
In einem geräumigen Saale waren die Schüler

1 Pfund Mehl und 1 Pfund Butter reibt man mit der
Hand untereinander, bis nichts mehr von der Butter
zu sehen ist, dann ½ Pfund gesiebten Zucker und 2 Eier
dazu, wellt den Teig aus, schlägt ihn übereinander
wellt ihn aus, sticht mit einem Mödeli aus,
bestreicht sie mit Eiweiß, streut Zucker und
Zimmt darauf und backt sie schön gelb.
280 gr. Butter, 185 gr. Zucker, 700 gr. Mehl
ein wenig Zimmt, etliche Löffel voll Wein,
2 kl. Eier werden gewirkt, ausgerollt, mit
einem Glas ausgestochen, mit eingemachten
Johannisbeeren gefüllt, halbmondförmig
oder dreieckig gedeckt, mit Ei bestrichen in
mäßiger Hitze gebacken.
2 Pfund Mehl, 1 Pfund Butter, ¾ Pfund Zucker, 2 Zitronen-
schalen eine Prise Salz. Alles wird tüchtig auf
dem Wallbrett untereinander gemengt, aus-
gewallt, ausgestochen mit Ei bestrichen, in
die Mitte eine Prise Zucker gestreut und
ganz hellgelb gebacken.


Meine Lieben!
Jetzt schreibe ich Euch
gerade nach der Wachtablösung um 11
Uhr nachts. Es gefällt mir immer
sehr gut, trotzdem es Tag für Tag schärfer
wird. Wahrscheindlich ist nächsten
Sonntag grosser Urlaub. Noch herzl.
Dank für das letzte Paket.
Tausend Grüsse sendet Euch
Euer
Hans

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